Sie kennen die Gewinnmargen die Ihnen aufgedrückt wurden. Wenn Sie 5% Gewinn an einem Teil haben, sind Sie schon gut bedient.
In der letzten Gitterbox, die Sie geliefert haben, wird bei der Eingangskontrolle Ihres Kunden ein fehlerhaftes Teil gefunden. Nicht verwunderlich, war doch der fällige Liefertermin schon wieder einmal überschritten. Folgendes wird passieren: Sie bekommen Ihre Gitterbox mit der Aufforderung vollständig zurück, die Teile noch einmal zu kontrollieren und nur Gutteile zu liefern. In der Box befinden sich 1.000 Teile mit einem Stückgewinn von 0,30€ pro Teil. Macht zusammen 300€ Gewinn. Für die Herstellung des Ersatzteil fallen noch die geringsten Kosten an. Für das Aussortieren und die Nachkontrolle der reklamierten Teile brauchen Sie eine komplette Schicht von 8 Stunden. Sie haben in Ihrer QS einen Stundensatz von 50€. Die Nachkontrolle kostet sie also mindestens 400€. Wenn Sie Glück haben, brauchen Sie keinen Sondertransport zu organisieren, der Ihre Kosten noch mehr belasten würde.
Ihr optimiertes Einkaufsmanagement hat dafür gesorgt, das die Kosten für Ihr Rohteil jetzt 0,10€ weniger betragen als vorher. Sprich, der Gewinn pro Teil lag vorher bei 0,20€ pro Teil.
Das Einkaufsmanagement hat also dafür gesorgt, das Ihr Gewinn pro Teil um 50% gestiegen ist. Diesen großen Synergieeffekt werden Sie in der Realität aber nur äußerst selten haben.
In diesem Beispiel hat er trotzdem nicht gefruchtet.
Den 300€ Gewinn an Ihrer Gitterbox stehen mindestens 400€ Verlust durch Nacharbeit gegenüber. Effekt des Einkaufsmanagement gleich Null. Nicht ganz richtig. Sie müssen erst später Insolvenz anmelden als vor der Optimierung Ihres Einkaufs.
Auch hier das klassische Beispiel für die Umkehrung der Ziele :
Gewinn - Qualität - Kundentermin.
Der Kundentermin - überschritten
Die Qualität - hat gelitten.
Gewinn - Null, im Gegenteil sogar Verlust gemacht
Die Folge dieses Wirtschaftens wird irgendwann sein :
Kein Betrieb - Keine Teile - Keine Kunden.
Dieses Beispiel ist vielleicht etwas drastisch. Aber so ähnlich, erlebt man es tausendfach jeden Tag in Deutschland. Ich hoffe dieses Beispiel macht deutlich, wie wichtig ein reibungsloser Ablauf in Ihrem Kernprozess ist. Denn, alle Rationalisierungen und Optimierungen bringen nicht den gewünschten Erfolg, wenn Ihr Kernprozess nicht passt. Und das gilt nicht nur in der Industrie, sondern überall in der Arbeitswelt.
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